"... ein Weg in die chromatische Abstraktion."

Zu den Bildern des Malers Jürgen Habicht, Essen

Das Erlebnis von frühem Licht, wenn die Kühle der Steine noch spürbar ist. Das Gleißen der Mittagssonne, die scharf konturierte Flächen ins Blau der Schatten schneidet. Die Wärme der Mauern, wenn Abendglut und frischer Wind vom Meer sich in gewundenen steilen Gassen begegnen.

Von manchen Bildern des Malers Jürgen Habicht geht ein Leuchten aus wie von innen – es ist mediterranes Licht. Mal pulsieren Farb- und Formfelder in melodischem Rhythmus, mal tauchen Zartheit und Stille der Farbharmonien alternierend ins Hell oder ins Dunkel. Fenster, Gesims, Tore. Brauner Lehm und Erdtöne, das ultramarine Blau einer Kachel, Ziegelrot.

Die verbliebenen Spuren von Architektur verlieren sich auf dem Weg in die chromatische Abstraktion. Die den realen architektonischen Erscheinungen gleichsam ausgefilterten Farben lassen Räume und Formen entstehen, die mit der Ambiguität zwischen dem Bildnerischen und dem Strukturellen spielen, zwischen visueller Illusion und abstrakter Konfiguration.

Jörg Miszewski

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